Frohe Weihnachten!

Kapelle in der Elmau

Unser Weihnachtsmotiv die Kapelle in der Elmau Fotografiert am 10.12.2021

Wir wünschen Euch ein frohes und vor allem gesundes Weihnachtsfest!


G7 wird es Grenzkontrollen geben – und wenn ja welche?

G7 wird es Grenzkontrollen geben – und wenn ja welche?

Grenzkontrollen

Wird es Grenzkontrollen geben – und wenn ja welche?

2015 gab es zum G7 Gipfel strikte Grenzkontrollen, ist das wieder zu erwarten? Wir haben beim Bundesinnenministerium und beim bayerischen Innenministerium angefragt. Beide Ministerien halten sich dazu noch bedeckt. Zwar mag noch niemand ausschließen dass das Schengen Abkommen während der Gipfelzeit außer Kraft gesetzt wird, eine Entscheidung dazu wird es erst nach eingehender Abwägung möglicher Gefährdungen geben. Einhellig betonen die Ministerien die Wichtigkeit des grenzfreien Reisens in der EU und stellen sich damit hohe Anforderungen an fixe Grenzkontrollen. Die weichen Grenzkontrollen wie sie im Rahmen der Migrationskrise im Herbst 2015 eingeführt wurden, werden mehrfach genannt und als wirksames Mittel erkannt. 

 

"Mit Blick auf den nahenden Gipfel werde ich die Fortführung und gegebenenfalls auch die Intensivierung der Grenzkontrollen selbstverständlich unterstützen."

"Dennoch möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass das Reisen ohne Grenzkontrollen innerhalb des Schengen-Raumes zu den zentralen Errungenschaften der europäischen Integration zählt und die Beeinträchtigungen für den unscholtenen Reisenden möglichst gering gehalten werden müssen, auch im Hinblick auf ein Großereignis wie den G7-Gipfel in Elmau."

Joachim Herrmann, MdL, Staatsminister des Innern, für Sport und Integration Tweet

Sollte es im Entscheidungsprozess zu einer Aussetzung von Schengen kommen, ist das mindestens 4 Wochen vorher der EU bekannt zu geben laut Bundesinnenministerium. Da zu diesem Zeitpunkt bereits mit der Anreise einiger Polizeikontingente zu rechnen ist, gehen wir von einer früheren endgültigen Entscheidung aus, eine Umplanung von Unterkünften und Zuweisung von Technik (Container, Beleuchtung etc.) im laufenden Einsatz könnte sonst zu Komplikationen führen. Da sich die Sicherheitslage momentan schnell ändert ist wahrscheinlich ab Anfang Mai mit konkreten Auskünften zu rechnen. In diesen Zeitraum, wahrscheinlich etwas früher dürften auch Flugbeschränkungen veröffentlicht werden. Zum Treffen der G7 Aussenminister vom 12. bis 14. Mai, wahrscheinlich auf Schloss Weissenhaus in Ostholstein, ist nicht mit Grenzkontrollen zu rechnen. Allerdings besteht dort – nicht nur durch die relative Nähe zu Hamburg und Berlin – ein hohes Protestpotential. In einer ähnlichen Konstellation war das bereits 2015 zu beobachten. Zu Schloss Weissenhaus als Veranstaltungsort haben wir bereits eine Einschätzung veröffentlicht.

zum zitieren: Peter Reindl & Fabian Rößler: G7 wird es Grenzkontrollen geben – und wenn ja welche?: summit-germany.de

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Zur Entwicklung der Corona Spaziergänge

Zur Entwicklung der Corona Spaziergänge

Impfen rettet Leben!

In vielen Orten im Landkreis Garmisch-Partenkirchen finden an den Montagen, in Mittenwald an den Donnerstagen unangemeldete Demonstrationen, sogenannte „Spaziergänge“ statt. Aktuell werden diese Demonstrationen durch die Versammlungsbehörde anscheinend geduldet. Teilweise erfolgt eine Belehrung durch die Polizei und es werden Auflagen gemacht wie Dauer der Versammlung, Abstände usw.). Mit geschätzt über 1500 Teilnehmern dürfte die Demonstration am 24.1.2022 in Garmisch-Partenkirchen zu den größeren der Region zählen und stellt wohl für den Kreisort die bisher größte Demonstration seit den Protesten zum G7 Gipfel 2015 dar. Unter Federführung der Partei „Die Linke“ gab es eine (angemeldete) Gegendemonstration. Organisiert werden die Demonstrationen wohl vorwiegend in sozialen Medien, dem Messenger Telegram kommt dabei wahrscheinlich eine bedeutende Rolle zu. Die regelmäßig geteilten Aufrufe geben sich dabei betont friedlich, in weiteren Diskussionen geht es dabei aber auch aggressiver zu Sache. Da sind dann auch Drohungen mit dabei wie „…, aber auch Du bist noch dran“. Zum Teil schwingen da Umsturzerwartungen mit wie sie im Rahmen der QAnon Verschwörungstheorie oder in Reichsbürgerkreisen geteilt werden. In den meisten Fällen bleiben entsprechende Inhalte unwiedersprochen in den Chats stehen. Die Entwicklung der Teilnehmerzahlen verläuft dabei aktuell recht unterschiedlich. Während in Mittenwald von einmal über 100 Teilnehmern sich die Zahlen nach unten entwickeln auf aktuell um die 50 Personen erlebt Garmisch-Partenkirchen eine deutliche Steigerung. In der verstärkten Mobilisierung zur Demonstration in Garmisch-Partenkirchen spielte die angemeldete Gegendemonstration eine Rolle. Im Ausblick auf den kommenden G7 Gipfel muss man von mobilisierbaren Gruppen ausgehen, die bisher kaum bei Demonstrationen aufgefallen sind. Allerdings ist fraglich, ob diese große Zahl tatsächlich auch zum G7 Themenkomplex bereit steht. Letztlich also welcher Teil monothematisch wegen Coronamassnahmen und Impfpflicht demonstriert und welcher Teil stark genug an die verbreiteten Verschwörungstheorien glaubt, dass dadurch ein Protestgeschehen parallel zu den Themenkomplexen der bisherigen Gipfelproteste entstehen kann. Sollte es dazu kommen, ist mit erheblich mehr Aufwand bei der Absicherung der verschiedensten (Protest) Veranstaltungen um den Gipfel zu rechnen. Es dürften sich dann Gruppen mit erheblichen ideologischen Unterschieden gegenüberstehen.

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13.01.2022. Planung Hubschrauberlandeplatz

G7 2022 Logo

13.01.2022. Planung Hubschrauberlandeplatz

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Viel Vorlaufzeit gibt es beim diesjährigen Gipfel nicht. Das gilt auch für den Hubschrauberlandeplatz in der Elmau. Vor kurzem war bekannt geworden das er wieder im Bereich des Wanderparkplatzes errichtet werden soll. Aber der Landeplatz wird nicht in allen Details dem Vorgänger von 2015 gleichen. Vor allem bei den Anflugkorridoren setzt man auf Optimierungen. Deshalb waren am Donnerstag den 13.1.2021 Vertreter verschiedener Behörden bei klirrender Kälte vor Ort. Konkret wurden verschiedene Anflugvarianten mit einer Drohne und mehreren Hubschraubern getestet. Eine Mitnutzung der Wiese nördlich des Wanderparkplatzes erscheint wahrscheinlich, was aber eine teilweise Neuplanung bedeutet und allen Beteiligten inklusive den Genehmigungsbehörden viel abverlangen wird. Bei den aktuellen Vorarbeiten geht es auch um die Erfassung von möglichen Gefahren, zum Beispiel Bäume die bei Landung und Start zum Hindernis werden können oder bei Sturm die Fläche selbst gefährden.

Aus Zeitgründen gehen wir davon aus, dass bereits vor Ort grundsätzliche Entscheidungen getroffen werden, um parallel zum Genehmigungsprozess mit Arbeiten zu beginnen bei denen im Rahmen dieses Prozesses nicht mit Problemen zu rechnen ist. Als Ausweichflugplatz für die Veranstaltung scheint die Luttenseekaserne angedacht zu sein. Ob für die Absicherung durch die Polizei wieder der Flugplatz Pömetsried verwendung findet ist aktuell noch nicht bekannt.
©13.01.2022 www.g7-2022.de Fabian Roessler& Peter Reindl

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Warum nicht auf einem Flugzeugträger?

Warum nicht auf einem Flugzeugträger?

Die Wladiwostok ein Schiff der Mistralklasse

Foto: Die Wladiwostok  ein Hubschrauberträger der Mistral-Klasse der heute als Gamal Abdel Nasser unter Ägyptischer Flagge fährt. Das Schiff wurde ursprünglich für Russland gebaut, aber wurde der Annextion der Krim an Ägypten verkauft. © Fabian Roessler

Sobald der Ort eines großen Gipfeltreffens bekannt wird, spätestens wenn es um Kosten geht, kommt unweigerlich die Forderung solche Treffen doch auf einem Flugzeugträger durchzuführen. ist das eine sinnvolle Option, wir gehen dem nach.

Schauen wir uns an, was ein Flugzeugträger kosten würde. Dazu muss man sagen, der Flugzeugträger alleine reicht natürlich nicht aus, dieser ist relativ ungeschützt und wäre so ein leichtes Ziel. Deshalb operieren Flugzeugträger immer in einem Verband, der sogenannten Trägerflotte.

Die tatsächlichen Betriebskosten sind schwierig zu ermitteln, man findet aber Hinweise dass man von 5-8 Millionen US Dollar pro Tag ausgehen muss. Inklusive Vorbereitungen wird man den Trägerverband mehr als eine Woche mieten müssen, also bei angenommenen 6,5 Millionen mindestens 52 Millionen. Beim aktuellen Kurs – und da es sich eh um Schätzwerte handelt – nehmen wir der Einfachheit halber Dollar für Euro. Realistisch erscheint eher ein Zeitraum von mindestens 3 Wochen (Anpassung Kabinen, Arbeiten am Innenausbau, Test, usw.). Dazu kommt wahrscheinlich noch mindestens eine gewisse Zeit für die Anfahrt (so das Treffen unter der deutschen Präsidentschaft nicht am Horn von Afrika erfolgen soll).
Lassen wir An- und Abfahrt weg und rechnen dabei großzügig mit 3 Wochen für die man den Träger benötigt. Es läuft auf rund 150 Millionen Dollar hinaus.

 

Dabei fehlt aber noch einiges. Bei so einem Gipfel handelt es sich nicht um ein Kaffeekränzchen von sieben Personen. Tatsächlich sind es eher 10 oder mehr Staatschefs oder Repräsentanten der Vereinten Nationen und vielem mehr. Dazu kommen der protokollarische Dienst, die engen Berater, einige Bürokapazitäten, die Verpflegung und nicht zuletzt Vertreter der Medien. 

Realistisch wird man von über 1000 Personen ausgehen müssen, die mehrere Tage auf dem Schiff zubringen. Damit ist klar, dass ein großer Teil der Besatzung in dieser Zeit nicht auf dem Schiff ist, deren Kabinen und Kojen werden gebraucht. Entbehrlich ist sicher ein Teil der Deckcrew, da wird man das Katapult und die Fangeinrichtungen eher nicht brauchen, An- und Abreise wird per Hubschrauber stattfinden müssen. Die Mannschaftsverpflegung wird man etwas reduzieren können wenn die Nachtschicht nur teilbesetzt wird. Am Maschinenraum wird man kaum einsparen können, ebenso beim Lazarett. 

Ob man überhaupt genug Platz schaffen könnte um einen G7 Gipfel auf einem Flugzeugträger zu veranstalten, wagen wir zu bezweifeln.  

 

Da die Auswahl an geeignetem Fluggerät übersichtlich ist, wird man zumindest für An- und Abreise der Staatsgäste auf einen Verkehrsflughafen angewiesen sein. Die Kosten dafür dürften bei 1-2 Millionen liegen. Dazu kommt zusätzlich notwendiger Sicherungsaufwand. 

 

Bei einem solchen Gipfel können nur sehr wenige Journalisten die Veranstaltung selbst besuchen. Es wird also eine Art von Medienzentrum benötigt, man kann da von mindestens weiteren 5 Millionen ausgehen. Ideal ist das aber nicht, die direkte (oft auch kritische) Frage und deren Beantwortung sind ein wichtiger Teil des Journalismus. Technisch ist das sicherlich über Videoschaltungen realisierbar, es geht aber viel verloren – und wenn es nur die Reaktionen der Kollegen oder des Umfelds sind.

 

Zurück zu den Kosten: Alleine die Örtlichkeit kann man mit um die 150 Millionen veranschlagen. Also in der gleichen Größenordnung wie ein Gipfel an Land, eher etwas mehr. Allerdings müsste man dieses Geld an einen Bündnispartner überweisen. Anders sieht es beim Gipfel an Land aus. Die Ausgaben für das Gipfelhotel, die Sicherheit, Infrastrukturmassnahmen und vieles mehr – das Alles verbleibt zum Großteil im Land und treibt die Wirtschaft.

 

Ähnlich sieht es bei anderen Verschlägen aus, zum Beispiel den Gipfel in der Antarktis durchzuführen. Neben der insgesamt fehlenden Infrastruktur ist auch die Anreise komplex und teuer. Dort vorhandene Forschungsstationen sind kaum nutzbar und bieten nur Platz für 100 oder weniger Personen – meist deutlich weniger. Man müsste eine neue Unterkunft errichten, selbst mit großen Einschränkungen für mindestens 500-1000 Personen. Gemessen an den Kosten für die Neumayer III Station wäre man bei fast einer Milliarde – ohne Betriebskosten und Transfer.

 

Wir hoffen, den ernsthaften Vorschlägen eine ausreichende Antwort gegeben zu haben, jenen die am liebsten alle Politiker bei Wasser und Brot einsperren und durch das abgedeckte Dach ihre Notdurft verrichten wollen – das mag eine Meinung sein – unsere ist es nicht.

 

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G7 wird es Grenzkontrollen geben – und wenn ja welche?

G7 wird es Grenzkontrollen geben – und wenn ja welche?

Grenzkontrollen

Wird es Grenzkontrollen geben – und wenn ja welche?

2015 gab es zum G7 Gipfel strikte Grenzkontrollen, ist das wieder zu erwarten? Wir haben beim Bundesinnenministerium und beim bayerischen Innenministerium angefragt. Beide Ministerien halten sich dazu noch bedeckt. Zwar mag noch niemand ausschließen dass das Schengen Abkommen während der Gipfelzeit außer Kraft gesetzt wird, eine Entscheidung dazu wird es erst nach eingehender Abwägung möglicher Gefährdungen geben. Einhellig betonen die Ministerien die Wichtigkeit des grenzfreien Reisens in der EU und stellen sich damit hohe Anforderungen an fixe Grenzkontrollen. Die weichen Grenzkontrollen wie sie im Rahmen der Migrationskrise im Herbst 2015 eingeführt wurden, werden mehrfach genannt und als wirksames Mittel erkannt. 

 

"Mit Blick auf den nahenden Gipfel werde ich die Fortführung und gegebenenfalls auch die Intensivierung der Grenzkontrollen selbstverständlich unterstützen."

"Dennoch möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass das Reisen ohne Grenzkontrollen innerhalb des Schengen-Raumes zu den zentralen Errungenschaften der europäischen Integration zählt und die Beeinträchtigungen für den unscholtenen Reisenden möglichst gering gehalten werden müssen, auch im Hinblick auf ein Großereignis wie den G7-Gipfel in Elmau."

Joachim Herrmann, MdL, Staatsminister des Innern, für Sport und Integration Tweet

Sollte es im Entscheidungsprozess zu einer Aussetzung von Schengen kommen, ist das mindestens 4 Wochen vorher der EU bekannt zu geben laut Bundesinnenministerium. Da zu diesem Zeitpunkt bereits mit der Anreise einiger Polizeikontingente zu rechnen ist, gehen wir von einer früheren endgültigen Entscheidung aus, eine Umplanung von Unterkünften und Zuweisung von Technik (Container, Beleuchtung etc.) im laufenden Einsatz könnte sonst zu Komplikationen führen. Da sich die Sicherheitslage momentan schnell ändert ist wahrscheinlich ab Anfang Mai mit konkreten Auskünften zu rechnen. In diesen Zeitraum, wahrscheinlich etwas früher dürften auch Flugbeschränkungen veröffentlicht werden. Zum Treffen der G7 Aussenminister vom 12. bis 14. Mai, wahrscheinlich auf Schloss Weissenhaus in Ostholstein, ist nicht mit Grenzkontrollen zu rechnen. Allerdings besteht dort – nicht nur durch die relative Nähe zu Hamburg und Berlin – ein hohes Protestpotential. In einer ähnlichen Konstellation war das bereits 2015 zu beobachten. Zu Schloss Weissenhaus als Veranstaltungsort haben wir bereits eine Einschätzung veröffentlicht.

zum zitieren: Peter Reindl & Fabian Rößler: G7 wird es Grenzkontrollen geben – und wenn ja welche?: summit-germany.de

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In vielen Orten im Landkreis Garmisch-Partenkirchen finden an den Montagen, in Mittenwald an den Donnerstagen unangemeldete Demonstrationen, sogenannte „Spaziergänge“ statt. Aktuell werden diese Demonstrationen durch die Versammlungsbehörde anscheinend geduldet. Teilweise erfolgt eine Belehrung durch die Polizei und es werden Auflagen gemacht wie Dauer der Versammlung, Abstände usw.). Mit geschätzt über 1500 Teilnehmern dürfte die Demonstration am 24.1.2022 in Garmisch-Partenkirchen zu den größeren der Region zählen und stellt wohl für den Kreisort die bisher größte Demonstration seit den Protesten zum G7 Gipfel 2015 dar. Unter Federführung der Partei „Die Linke“ gab es eine (angemeldete) Gegendemonstration. Organisiert werden die Demonstrationen wohl vorwiegend in sozialen Medien, dem Messenger Telegram kommt dabei wahrscheinlich eine bedeutende Rolle zu. Die regelmäßig geteilten Aufrufe geben sich dabei betont friedlich, in weiteren Diskussionen geht es dabei aber auch aggressiver zu Sache. Da sind dann auch Drohungen mit dabei wie „…, aber auch Du bist noch dran“. Zum Teil schwingen da Umsturzerwartungen mit wie sie im Rahmen der QAnon Verschwörungstheorie oder in Reichsbürgerkreisen geteilt werden. In den meisten Fällen bleiben entsprechende Inhalte unwiedersprochen in den Chats stehen. Die Entwicklung der Teilnehmerzahlen verläuft dabei aktuell recht unterschiedlich. Während in Mittenwald von einmal über 100 Teilnehmern sich die Zahlen nach unten entwickeln auf aktuell um die 50 Personen erlebt Garmisch-Partenkirchen eine deutliche Steigerung. In der verstärkten Mobilisierung zur Demonstration in Garmisch-Partenkirchen spielte die angemeldete Gegendemonstration eine Rolle. Im Ausblick auf den kommenden G7 Gipfel muss man von mobilisierbaren Gruppen ausgehen, die bisher kaum bei Demonstrationen aufgefallen sind. Allerdings ist fraglich, ob diese große Zahl tatsächlich auch zum G7 Themenkomplex bereit steht. Letztlich also welcher Teil monothematisch wegen Coronamassnahmen und Impfpflicht demonstriert und welcher Teil stark genug an die verbreiteten Verschwörungstheorien glaubt, dass dadurch ein Protestgeschehen parallel zu den Themenkomplexen der bisherigen Gipfelproteste entstehen kann. Sollte es dazu kommen, ist mit erheblich mehr Aufwand bei der Absicherung der verschiedensten (Protest) Veranstaltungen um den Gipfel zu rechnen. Es dürften sich dann Gruppen mit erheblichen ideologischen Unterschieden gegenüberstehen.

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13.01.2022. Planung Hubschrauberlandeplatz

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Viel Vorlaufzeit gibt es beim diesjährigen Gipfel nicht. Das gilt auch für den Hubschrauberlandeplatz in der Elmau. Vor kurzem war bekannt geworden das er wieder im Bereich des Wanderparkplatzes errichtet werden soll. Aber der Landeplatz wird nicht in allen Details dem Vorgänger von 2015 gleichen. Vor allem bei den Anflugkorridoren setzt man auf Optimierungen. Deshalb waren am Donnerstag den 13.1.2021 Vertreter verschiedener Behörden bei klirrender Kälte vor Ort. Konkret wurden verschiedene Anflugvarianten mit einer Drohne und mehreren Hubschraubern getestet. Eine Mitnutzung der Wiese nördlich des Wanderparkplatzes erscheint wahrscheinlich, was aber eine teilweise Neuplanung bedeutet und allen Beteiligten inklusive den Genehmigungsbehörden viel abverlangen wird. Bei den aktuellen Vorarbeiten geht es auch um die Erfassung von möglichen Gefahren, zum Beispiel Bäume die bei Landung und Start zum Hindernis werden können oder bei Sturm die Fläche selbst gefährden.

Aus Zeitgründen gehen wir davon aus, dass bereits vor Ort grundsätzliche Entscheidungen getroffen werden, um parallel zum Genehmigungsprozess mit Arbeiten zu beginnen bei denen im Rahmen dieses Prozesses nicht mit Problemen zu rechnen ist. Als Ausweichflugplatz für die Veranstaltung scheint die Luttenseekaserne angedacht zu sein. Ob für die Absicherung durch die Polizei wieder der Flugplatz Pömetsried verwendung findet ist aktuell noch nicht bekannt.
©13.01.2022 www.g7-2022.de Fabian Roessler& Peter Reindl

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Warum nicht auf einem Flugzeugträger?

Warum nicht auf einem Flugzeugträger?

Die Wladiwostok ein Schiff der Mistralklasse

Foto: Die Wladiwostok  ein Hubschrauberträger der Mistral-Klasse der heute als Gamal Abdel Nasser unter Ägyptischer Flagge fährt. Das Schiff wurde ursprünglich für Russland gebaut, aber wurde der Annextion der Krim an Ägypten verkauft. © Fabian Roessler

Sobald der Ort eines großen Gipfeltreffens bekannt wird, spätestens wenn es um Kosten geht, kommt unweigerlich die Forderung solche Treffen doch auf einem Flugzeugträger durchzuführen. ist das eine sinnvolle Option, wir gehen dem nach.

Schauen wir uns an, was ein Flugzeugträger kosten würde. Dazu muss man sagen, der Flugzeugträger alleine reicht natürlich nicht aus, dieser ist relativ ungeschützt und wäre so ein leichtes Ziel. Deshalb operieren Flugzeugträger immer in einem Verband, der sogenannten Trägerflotte.

Die tatsächlichen Betriebskosten sind schwierig zu ermitteln, man findet aber Hinweise dass man von 5-8 Millionen US Dollar pro Tag ausgehen muss. Inklusive Vorbereitungen wird man den Trägerverband mehr als eine Woche mieten müssen, also bei angenommenen 6,5 Millionen mindestens 52 Millionen. Beim aktuellen Kurs – und da es sich eh um Schätzwerte handelt – nehmen wir der Einfachheit halber Dollar für Euro. Realistisch erscheint eher ein Zeitraum von mindestens 3 Wochen (Anpassung Kabinen, Arbeiten am Innenausbau, Test, usw.). Dazu kommt wahrscheinlich noch mindestens eine gewisse Zeit für die Anfahrt (so das Treffen unter der deutschen Präsidentschaft nicht am Horn von Afrika erfolgen soll).
Lassen wir An- und Abfahrt weg und rechnen dabei großzügig mit 3 Wochen für die man den Träger benötigt. Es läuft auf rund 150 Millionen Dollar hinaus.

 

Dabei fehlt aber noch einiges. Bei so einem Gipfel handelt es sich nicht um ein Kaffeekränzchen von sieben Personen. Tatsächlich sind es eher 10 oder mehr Staatschefs oder Repräsentanten der Vereinten Nationen und vielem mehr. Dazu kommen der protokollarische Dienst, die engen Berater, einige Bürokapazitäten, die Verpflegung und nicht zuletzt Vertreter der Medien. 

Realistisch wird man von über 1000 Personen ausgehen müssen, die mehrere Tage auf dem Schiff zubringen. Damit ist klar, dass ein großer Teil der Besatzung in dieser Zeit nicht auf dem Schiff ist, deren Kabinen und Kojen werden gebraucht. Entbehrlich ist sicher ein Teil der Deckcrew, da wird man das Katapult und die Fangeinrichtungen eher nicht brauchen, An- und Abreise wird per Hubschrauber stattfinden müssen. Die Mannschaftsverpflegung wird man etwas reduzieren können wenn die Nachtschicht nur teilbesetzt wird. Am Maschinenraum wird man kaum einsparen können, ebenso beim Lazarett. 

Ob man überhaupt genug Platz schaffen könnte um einen G7 Gipfel auf einem Flugzeugträger zu veranstalten, wagen wir zu bezweifeln.  

 

Da die Auswahl an geeignetem Fluggerät übersichtlich ist, wird man zumindest für An- und Abreise der Staatsgäste auf einen Verkehrsflughafen angewiesen sein. Die Kosten dafür dürften bei 1-2 Millionen liegen. Dazu kommt zusätzlich notwendiger Sicherungsaufwand. 

 

Bei einem solchen Gipfel können nur sehr wenige Journalisten die Veranstaltung selbst besuchen. Es wird also eine Art von Medienzentrum benötigt, man kann da von mindestens weiteren 5 Millionen ausgehen. Ideal ist das aber nicht, die direkte (oft auch kritische) Frage und deren Beantwortung sind ein wichtiger Teil des Journalismus. Technisch ist das sicherlich über Videoschaltungen realisierbar, es geht aber viel verloren – und wenn es nur die Reaktionen der Kollegen oder des Umfelds sind.

 

Zurück zu den Kosten: Alleine die Örtlichkeit kann man mit um die 150 Millionen veranschlagen. Also in der gleichen Größenordnung wie ein Gipfel an Land, eher etwas mehr. Allerdings müsste man dieses Geld an einen Bündnispartner überweisen. Anders sieht es beim Gipfel an Land aus. Die Ausgaben für das Gipfelhotel, die Sicherheit, Infrastrukturmassnahmen und vieles mehr – das Alles verbleibt zum Großteil im Land und treibt die Wirtschaft.

 

Ähnlich sieht es bei anderen Verschlägen aus, zum Beispiel den Gipfel in der Antarktis durchzuführen. Neben der insgesamt fehlenden Infrastruktur ist auch die Anreise komplex und teuer. Dort vorhandene Forschungsstationen sind kaum nutzbar und bieten nur Platz für 100 oder weniger Personen – meist deutlich weniger. Man müsste eine neue Unterkunft errichten, selbst mit großen Einschränkungen für mindestens 500-1000 Personen. Gemessen an den Kosten für die Neumayer III Station wäre man bei fast einer Milliarde – ohne Betriebskosten und Transfer.

 

Wir hoffen, den ernsthaften Vorschlägen eine ausreichende Antwort gegeben zu haben, jenen die am liebsten alle Politiker bei Wasser und Brot einsperren und durch das abgedeckte Dach ihre Notdurft verrichten wollen – das mag eine Meinung sein – unsere ist es nicht.

 

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