Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen

Das Zugunglück vom 3. Juni 2022 erschüttert den Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Um die Mittagszeit entgleiste aus bisher unbekannten Gründen ein Zug der Deutschen Bahn auf dem Weg nach München. Dabei verloren nach aktuellen Informationen 5 Menschen ihr Leben, 40 weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Seitdem sind hunderte Helfer an der Einsatzstelle.

Kurz nach dem Unglück war klar: Es handelt sich um ein Großschadensereignis, ein Unglück welches einen ganzen Landkreis an seine Kapazitätsgrenze bringen kann. Entsprechend schnell wurden zusätzliche Kräfte alarmiert, auch im benachbarten Österreich wurde Großalarm gegeben – mehrere Hubschrauber und Rettungswagen wurden geschickt und Transportkapazitäten für wichtiges Material wie Blutkonserven vorbereitet, berichtete die Tiroler Tageszeitung.
Rettungsdienste und Feuerwehren aus dem ganzen Umland wurden zur Unglücksstelle beordert. Dabei stellte sich laut einem Sprecher der Polizei der bevorstehende G7 Gipfel als Glück im Unglück heraus. Viele Polizeikräfte und Kräfte des THW, die bereits im Landkreis vor Ort waren, konnten die Einsatzstelle in kürzester Zeit erreichen. Aus dem Rathaus Garmisch-Partenkirchen erfuhren wir: Auch im Rahmen des G7 Gipfels beschaffte Feuerwehrfahrzeuge wurden bei dieser Katastrophe eingesetzt.
Leider stellte sich schnell heraus dass es neben vielen Verletzten auch Todesopfer zu beklagen gibt. Für die Polizei ergab sich daraus die schwierige Aufgabe, Vermisstenfälle mit Patienten in verschiedenen Krankenhäusern abzugleichen, und letztlich auch den Angehörigen Gewissheit zu verschaffen. Am Samstag, einen Tag nach dem Unglück war dieser Prozess noch im Gange, Details zu den Opfern wurden entsprechend nicht genannt.
Mittels Videoaufzeichnungen der Bahnhöfe die der Zug passiert hatte, wurde versucht, ein möglichst genaues Bild über die Identität und Anzahl an Passagieren – und möglichen Opfern – zu gewinnen.

Im Verlauf des Unglückstags verschafften sich der bayerische Innenminister Joachim Herrmann und Bundesinnenministerin Nancy Faeser einen Überblick über die Unglücksstelle.

Während die direkte Rettung der Passagiere bereits am Nachmittag des Freitags abgeschlossen war, wurden noch Opfer unter dem mittleren Wagon vermutet. Dieser war die Böschung komplett heruntergestürzt, die Unterseite des Wagons war nicht zugänglich. Erst mit zwei Kränen und der unermüdlichen Arbeit von Feuerwehr und THW konnte der Wagon schließlich angehoben werden, Befürchtungen bestätigten sich dann, ein fünftes Todesopfer ist zu beklagen.

[Ein Doppelstockwagen wie der verunglückte wiegt etwa 50 Tonnen. Zwar können die schweren Kranwägen wie der den die örtliche Feuerwehr besitzt theoretisch diese Last heben, dafür müssen aber die Bedingungen passen. Ein in der Böschung verkeilter Wagon und der technisch bedingte Abstand – wenige Meter machen da einen großen Unterschied – reduzieren die tatsächliche Last deutlich]

Mit schließlich zwei großen Kranwagen und einer arbeitsreichen Nacht konnte der Wagon um die Mittagsstunden des Samstags angehoben und auf der gesperrten B2 abgesetzt werden.

Nachdem Ministerpräsident Söder sich am Vormittag einen Überblick über die Situation verschaffte, sprachen nach der Bergung des Wagons Bundesverkehrsminister Volker Wissing und der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bundesbahn Richard Lutz zur Presse.

 

[Wir sind – bis auf die großen Gipfeltreffen in unserer Heimat – keine „hauptamtlichen“ Journalisten und konnten dadurch auch das Pressetreiben um den Unglücksort aus einer eigenen Perspektive beobachten. Es war sehr still. Jeder wusste dass man einen Ort filmt oder fotografiert an dem wahrscheinlich noch Opfer liegen.
Das Presseteam der Polizei hat dabei durchgehend informiert und den notwendigen Abstand mit den Bedürfnissen der Berichterstatter abgestimmt]

 

Wenn auch die Auswirkungen dieses Unglücks auf den G7 Gipfel angesichts der Toten und Verletzten weit zurückstehen, möchten wir kurz ein paar Punke umreissen:
– die Belastung der Hilfsorganisationen ist in der Region durch den Gipfel bereits an der oberen Grenze, Dienstpläne bereits erstellt, und es werden auch in ab jetzt 2 Wochen wieder sehr viele benötigt.
– Einige Kräfte die für den Aufbau für den Gipfel eingeplant waren, standen dankenswerter Weise kurzfristig zur Verfügung, auch hier erhöht sich nun die Belastung.
– durch die Sperre der B2 ist die Anlieferung von Material zumindest erschwert.

 

 

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